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Molekulare Cocktails (Erlebnisbericht)

Alkohol findet auf den unterschiedlichsten Wegen zu mir. In letzter Zeit meistens in Form von Eis. Wie in der „Ich schleck‘ mich hackedicht!“-Reihe schon mehrfach bewiesen:

Baileyseis, Strawberry-Daiquiri-Sorbet, Eierliköreis, Zuckermelonen-Mango-Daiquiri-Sorbet, Grasshopper Icecream, Tequila Sunrise Eis, Himbeer-Rum-Sorbet, Orangen-Aperol-Sorbet, White Russian Eis, Wassermelonen-Campari-Sorbet und Blutorangen-Gin-Sorbet mit Schokostückchen.

Nun bot sich mir aber eine unwiderstehliche Gelegenheit. mydays.at* war so nett mir einen kleinen Gutschein zu spendieren. Da fiel die Wahl auf das passende Erlebnis nicht schwer.  Alkohol in Form von Cocktails – kein Problem, aber das haut mich (einige Lenzchen alt) jetzt nicht mehr so vom Hocker. Naja Cocktail Nr. *beliebige 2-stellige Zahl hier einfügen* wirft mich dann doch schon meist zu Boden ;).

Was? Blue Curaçao als Kaviar? Cocktailgel aus der Tube?  Alkoholischer Schaum mit Geschmack? Wie?

Und genau das wurde uns innerhalb von 3 feuchtfröhlichen Stunden beigebracht.

Nachdem ich mich ganz alleine in dieses Wagnis gestürzt habe (Mr. KissTheCook wäre schon am Hantieren mit dem Geschirrtuch gescheitert *fieser Seitenhieb der eigenen Ehefrau*) und alle anderen 11 Kursteilnehmer entweder Pärchen oder Freunde in Gruppenform waren, wurde ich aus der Ferne ein klein wenig bemitleidet – zudem ich auch noch die kleine Fingerhandschelle zu Hause auf der Waschmaschine vergessen habe und somit quasi wieder ledig ;) war.

Abgestempelt als einsamer MOF (Mensch ohne Freunde) galt mir die meiste Aufmerksamkeit des Kursleiters und übermenschliche Freundlichkeit (in Zuckerwatte verpacktes Mitleid) der anderen Molekularcocktailfrischlinge. Ich habe mich in diesem Bad der besonderen Zuwendung geaalt, gesuhlt, Kopfsprünge (quasi mehrfache Salti, Schrauben usw.) absolviert und präzise Arschbomben platziert. Ich schweife ab.

Willkommen geheißen wurden wir mit diesem herrlichen Anblick:

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Ich habe schon an die nächsten, möglichen Eissorten gedacht und heimlich die Sabberspuren beseitigt.

Begrüßt und willigt gemacht wurden wir mit einem Sektschaum und Likör (müsste Johannisbeere gewesen sein – ich lege meine Hand dafür aber nicht ins Feuer).

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Und schon ging es ans Eingemachte. Ein Erinnerungsfoto an den noch! sauberen Arbeitsplatz (*seufz* Hach ja, sie werden ja so schnell dreckig ;)).

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Als Vegetarierin mit 17-jähriger Erfahrung bin ich im Umgang mit Kaviar eine Niete. Aber bei diesem hier kann ich mir durchaus vorstellen zur Expertin zu mutieren.

Die Entscheidung zwischen Blue Curaçao und Aperol fiel mir nicht schwer. Her mit dem Schlumpfwasser!

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Präzise die gewünschte Menge an Zauberpulver (verleiht den Tropfen eine Haut) abmessen!

Präzise! Genau das Gegenteil von dem gemacht, was verlangt wurde und schon galt ich als abschreckendes Beispiel.

Das Pülverchen (kein Koks, hab’s getestet ;) *natürlich ein Späßchen, liebe Polizei* kommt ins gelbe Schüsselchen und wird mit einem Milchschaumvibrator gut vermischt und unerwünschterweise aufgeschäumt.

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Mit der Spritze tropft man vorsichtig ins bereitgestellte Glucowasser, sodass sich eine Haut um die Tropfen bilden kann. Anschließend geht’s ins Leitungswasserbad und zu leckerer Letzt in ein Gläschen mit Orangensaft.

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Wirklich gut. Man trinkt ein Schlückchen, zerbeißt oder zerquetscht die Kügelchen am Gaumen und hat eine kleine Geschmacksexplosion im Mund.

Als nächstes ging es an eine wilde Mischung aus Tequila und Obstsäften mit „Kleister“ (Xanthanirgendwas) und Schokosplittern auf einer Schicht Kahlúa.

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Xanthan sei Dank befanden sich die Schokosplitter in einem Schwebezustand und verliehen dem Cocktail optisch das gewisse Etwas. Die Kleisterkonsistenz hat meine Geschmacksknospen leider abgeturnt. Deswegen wurden dann auch nur die Schokosplitter weggelöffelt ;)

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Weil wir so brav waren, gab es vom Kursleiter einen kleinen Tiramisu-Shot. Mmmmmmmmhundorgasmus. Mascarponeschaum auf Kaffee.

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Trotz Alkohol wurde uns „schweres Werkzeug“ anvertraut. Die Bastelstunde hat begonnen. Wieder ein Foto vom Arbeitsplatz bevor alles durch die Gegend flog.

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Also, was sehen wir? Wieder ein Schüsselchen, Messbecher, Milchschaumvibrator, Spritze, eine gefährliche Zange, 2 Augensalbentuben (da schlägt mein altes Apoherz gleich wieder höher) und das jungfräuliche Brett zum Rumpatzen.

Diesmal war Eigenregie angesagt. Ein Cocktailgel selbst zusammenstellen. Nach dem Tequila-mit-verschiedenen-Obstsäften-Debakel, wollte ich mir einen einfachen Vodka Orange mischen. Pustekuchen. Das Xanthan-Kleisterzeug nimmt ziemlich viel vom Eigengeschmack weg. Also musste ich mit dem Johannisbeerlikör ein wenig nachhelfen. Pimp my Cocktailgel. Naja. Lassen wir einfach die Bilder sprechen.

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Tube, here I come!

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Dank jahrelanger Übung, war das Verschließen kein Problem. Im Kühlschrank halten sich die Cocktailgeltuben 3 Tage. Ich frage mich, wer 3 Tage für die Zwerge braucht? Einmal zu kräftig Einatmen und schon sind sie leer.

So, wie ging es weiter? Die nicht mehr ganz so nüchternen Erinnerungen sind lückenhaft.

Achja, Senor Kursleiter hat uns wieder mit einer Eigenproduktion abgefüllt. Dem Cocktailschaum namens Bounty mit Schokoknisterknusper obendrauf. Das Schokozeug knistert lustig auf der Zunge, wenn es schmilzt.

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Und dann kam das Finale. Tadaaaaaaaaa – flüßiger Stickstoff!

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Der übriggebliebene Bountyschaum fiel dem eiskalten Teufelszeug zum Opfer.

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Nach einem 10-Sekunden-Bad war es auch schon fertig.
Jetzt muss ich euch schocken. Ich konnte es leider nicht probieren
:-(.
Mein Zahnarzt hatte kurz zuvor entschieden, dass es Zeit wird mit meinem Weisheitszahn Schluss zu machen. Danke für die „Ooooooh“s. Aber die anderen Teilnehmer waren sehr angetan und haben auch witzig ausgesehen, als ihnen der „Dampf“ aus der Nase geschossen ist, sobald sie draufgebissen haben.

Mit viel Alkohol  im Bauch und wunderbaren neuen Eindrücken hat mich Mr. KissTheCook vom Straßenrand aufgepickt und sicher nach Hause gebracht.

Für den täglichen Gebrauch ist die molekulare Küche natürlich nichts. Aber es macht unheimlich viel Spaß mal Reinzuschnuppern und neue Sachen auszuprobieren. Das Saufen ist natürlich auch toll – das wollen wir mal nicht vergessen ;)

*der Gutschein wurde mir von mydays.at zur Verfügung gestellt. mydays.at hatte keinerlei Einfluss auf die Auswahl des Erlebnisses oder auf den Inhalt und die Optik dieses Beitrages. Die Fotos und die gesammelten Eindrücke stammen von mir und spiegeln meine persönliche Meinung wider.

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