Champignon-Tartelettes mit Petersilienpesto

Als Herbst- und Winterfan kann man bei den derzeitigen Temperaturen in Wien schon mal unter leichten Depressionen leiden. Die Wetterprognose verspricht weitere höllische Tage (bis über 30°C). Wer denkt da nicht an eine Auswanderung nach Grönland, Alaska, Kanada?

Damit ich nicht vollends in Selbstmitleid versinke, musste eine Beschäftigungstherapie her. In einem Kochbuch (Tartes & Quiches ISBN 978-3-88472-712-6) habe ich ein Rezept für Champignon-Tartes entdeckt. Einfach nachkochen ist mir zu fad. Deshalb wurde das Rezept fast von Grund auf verändert.

Um nicht mehr an die Temperaturen der nächsten Tage denken zu müssen, habe ich mir ein Petersilien-Knoblauch-Pesto überlegt. Und ein einfacher Klecks Crème fraîche?….da geht noch mehr.

Hier also ein schmackhaftes Ablenkungsrezept für alle Hitze-Hasser:

1 Portion Mürbteig:
(Mürbteig lässt sich gut einfrieren. Ich mache meistens die doppelte Menge und friere eine Hälfte ein, damit ich ihn nicht jedes Mal frisch zubereiten muss)
250 g Mehl
5 g Salz
125 g weiche Butter (in kleine Würfel geschnitten)
1 Eigelb

Mehl und Salz auf die Arbeitsplatte sieben und in der Mitte eine kleine Mulde formen. Eigelb und Butterwürfel in die Mulde geben und miteinander verkneten, dann nach und nach das Mehl einarbeiten. Nicht zu lange kneten. Die Krümel zu einer Teigkugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.

Petersilienpesto:
1/2 Bund Petersilie
2 Knoblauchzehen
2-3 TL Olivenöl
1 TL Sambal Oelek
grobes Meersalz
Mörser und Pistill (als „alte“ Apothekentante hat man sowas natürlich immer griffbereit ;))

Petersilienbätter von den Stängeln zupfen und mit den beiden Knoblauchzehen grob hacken. Alles gemeinsam, ebenfalls mit den Gewürzen und dem Öl, in den Mörser geben und zerstossen und -reiben, bis ein Pesto entsteht.

So sollte es dann aussehen:

Crème fraîche:
100 g vom oben genannten
1/2 TL Curcuma
1/2 TL Cayennepfeffer
1 TL getr. Thymian
grobes Meersalz
einfach alles miteinander verrühren

restilche Zutaten:
40 g frisch geriebener Parmesan
250 g Champignons in Scheiben geschnitten

Backrohr auf 180°C (Heißluft) vorheizen. Mürbteig dünn ausrollen und 30 g vom geriebenen Parmesan darüber streuen und ein wenig in den Teig drücken. Mit einem Glas, kleinen Schüssel oder rundem Ausstecher Kreise ausstechen (bei mir sind sich 12 Kreise ausgegangen, den Rest habe ich nochmal geknetet und ausgerollt und noch einen größeren Kreis daraus gemacht – what happens in the kitchen stays in the kitchen). Teigkreise auf ein Backblech mit Backpapier legen, mit der Gabel mehrmals einstechen und ein zweites Backpapier darüber legen. Mit einer z.B. Auflaufform beschweren und für insgesamt 10 Minuten (nach 5 Minuten einmal umdrehen) backen. Währenddessen Petersilienpesto herstellen, Crème fraîche verrühren und Champignons in Scheiben schneiden.

Die vorgebackenen Tartelettes aus dem Ofen nehmen und kurz abkühlen lassen. Zuerst einen TL Crème fraîche auf den Mini-Tartes verteilen, dann 1/2 TL vom Petersilienpesto und zu guter Letzt die Champignonscheiben auf das Pesto legen. Nachdem alle Tartelettes fertig belegt sind, die restlichen 10 g vom gerieben Parmesan über die Tartes streuen und für 20 Minuten auf mittlerer Schiene knusprig backen.

Dazu passt ein Vogerlsalat mit Cherrytomaten.

Ein kulinarisches Antidepressivum.
Von mir aus kann es jetzt auch 40°C haben, ich leg mich in den Kühlschrank.

Ade!

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3 Gedanken zu „Champignon-Tartelettes mit Petersilienpesto“

  1. Sieht wie immer köstlich aus. Das Kochbuch habe ich übrigens auch (so wie alle anderen aus dieser Reihe… Aber ich will ja nicht protzen…)

  2. Danke. Du würdest doch niiiie protzen oder angeben ;)
    Heute am NM habe ich mir übrigens einige Folgen unserer geliebten Nigella Lawson angesehen. Kitchen-Porn der Güteklasse – ich liebe sie.

  3. Seeeeeehr lecker!!! Ich habe die Creme Fraiche durch saure Sahne ersetzt. Sommer ist ja immer auch ein bisschen Verzicht ;-)
    Hat aber auch sehr gut gepasst und geschmeckt!
    Liebe Grüße!

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